Ableitung von Bodenwerten für PFAS - ein Eigenforschungsprojekt des UBA
Zielstellung des in diesem Bericht dokumentierten Forschungsvorhabens „Ableitung von Bodenwerten für PFAS“ (FKZ 3721742010) war die fachliche Ableitung von Bodenwerten für Vertreter der Stoffgruppe der PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) gemäß Anforder ungen der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) und aktuellem Stand des Wissens. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag auf den Pfaden Boden-Pflanze und Boden-Mensch, für die jeweils Prüfwert-Vorschläge von zwei im Rahmen des Projektes eingerichteten Experten Arbeitsgruppen erarbeitet wurden. Für den Pfad Boden-Pflanze wurden Prüfwert-Vorschläge für vier einzeln betrachtete PFAS (PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS) für den Wirkungspfad Boden Futtermittelpflanze sowie sechs Prüfwert-Vorschläge für den Wirkungspfad Boden Lebensmittelpflanze erarbeitet (PFBA, PFHxA, PFHpA, PFDA, PFBS als Einzelsubstanzen sowie ein Prüfwert für die Summe der EFSA4-PFAS, d.h. Summe von PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS). Für den Pfad Boden-Mensch wurde ein Vorschlag für einen Summen-Prüfwert „Summe der PFAS“ für die nichtkanzerogenen Wirkungen (dieser umfasst standardmäßig 24 überwiegend langkettige PFAS bzw. deren bekannte Vorläufersubstanzen) sowie einen zusätzlich geltenden Prüfwert-Vorschlag für die kanzerogenen Wirkungen von PFOA erarbeitet. Die Prüfwert Vorschläge für den Pfad Boden-Mensch wurden bereits vom Ständigen Ausschusses Altlasten (ALA) der Bund/ Länderarbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) fachlich befürwortet.
Hintergrund des Forschungsprojektes PROSPeCT ist der Schadensfall in Baden-Württemberg bei dem hunderte Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche durch mit Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) enthaltene Papierschlämme kontaminiert wurden und zu Belastungen mit PFAS von Boden, Nutzpflanzen und Grundwasser führte. PROSPeCT hatte zum Ziel den Kenntnisstand zum Umweltverhalten von PFAS im Pfad Boden-Wasser-(Mais-)Pflanze zum einen zu erweitern und zum anderen mittels eines Modellierungsansatzes abzubilden. Die in den Papierschlämmen vorhandenen Präkursoren, vor allem diPAPs, wurden hinsichtlich ihres Abbauverhaltens zu mobilen PFAAs, die in Grundwasser und Pflanzen eingetragen werden, untersucht. In fünf Arbeitspaketen, welche die Projektorganisation (AP 1), die experimentellen Versuche (AP 2 und 3), die Analytik (AP 4) und die Modellierung (AP 5) umfassten, wurde die Problematik ganzheitlich bearbeitet.